Türkei-Urlaub 2008




Bericht: Jubiläumsfahrt Türkei 2008

27.9.! Endlich ist es soweit! Wir brechen nach 5 Jahren wieder zu einer Jubiläumsfahrt auf, auf die wir als Verein durch Beiträge, Turniere und Jubiläumszeitschrift eifrig gespart haben.

Zu nachtschlafender Zeit treffen sich 24 Grashoppers um halb 4 Uhr hinter dem Alten Friedhof in Bonn. Als ich mit dem Taxi vorfahre, ist schon eine aufgekratzte Grashopperschar versammelt. Unter großem Hallo steigen wir in den Bus, den Ralli als Reisemanager für unsere Fahrt zum Düsseldorfer Flughafen organisiert hat. Während der Fahrt wird es ruhiger, das Freitagspiel der Bundesliga Köln gegen Schalke (1:0) wird eingehend von den Fans analysiert.
Am Flughafen ist trotz des ersten Herbstferientages überraschend wenig los. So haben wir nach dem Check-in viel Zeit, den Start der lang ersehnten Tour gebührlich mit Sekt zu begießen und noch Robert und Nicole – 2 Grashüpfer aus der Schweiz – in unsere Reihen aufzunehmen.

4 Stunden später landen wir in Dalaman. Ein für uns und unser Gepäck fast zu kleiner Bus bringt uns bei sommerlichen Temperaturen zur Hotelanlage, dem Sarigerme-Park. Auf der Fahrt dorthin sehe ich kleine Flussläufe mit viel Schilf. Ich kann die Horrorgeschichten über Mückenschwärme, die sich vor 5 Jahren über Erholung suchende Volleyballer hergemacht haben sollen, nachvollziehen. Schon vorweg: Die Belästigung hielt sich in Grenzen dank Chemie und Wetterlage.
Als Tourneuling sehe ich mich genau um. Die Anlage ist groß und sehr gepflegt; sie besteht aus 4 Haupthäusern und ca. 10 kleineren Wohnhäusern. Dazwischen ist sehr viel Grün: Palmen und andere Bäume, viel Rasen, der täglich irgendwo gemäht wird. Es gibt einen Riesenpool, den aber – glaube ich – kaum ein Grashopper getestet hat. Nicht, dass wir wasserscheu wären, aber das nahe Meer ist einfach schöner! Außerdem gibt es Tennisplätze, Tischtennisplatten, einen Schießstand, am Strand zwei Volleyballfelder, die natürlich unsere volle Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen werden.

Das Beziehen der Zimmer erfolgt reibungslos. Ich komme mir in meinem großen Zimmer ohne Mann und Kinder etwas komisch vor: so viel Platz in den Ferien ganz für mich allein bin ich nicht gewohnt! Gegen 13 Uhr kann der Urlaub beginnen. Ich zolle der kurzen Nacht Tribut und gönne mir ein Nickerchen. Als ich 2 Stunden später am Strand eintreffe, hat sich schon manches getan. Einige meiner Mitstreiter sind schon eifrig am Pritschen und Baggern, obwohl es ziemlich windig ist. Georg und Jürgen zogen es allerdings vor, Wind zu surfen. Ich sehe kurze Zeit darauf, wie Jürgen von dem Rettungsboot an Land gebracht wird: er hat Mastbruch erlitten. Harry humpelt über den Strand; das Beachen hat seinem Knie – schon sonntags zuvor in der Halle in Mitleidenschaft gezogen – den Rest gegeben. Er ist natürlich total niedergeschlagen, wo er sich doch so lange auf die Tour gefreut hat! Ralli und Sabine sind nach Operationen an Schulter bzw. Hand rekonvaleszent angereist und tasten sich langsam wieder an den Volleyball heran. Im Laufe der Woche müssen wir Hoppers unserem Alter etwas Tribut zollen: dem einen zwackt die Schulter, dem nächsten der Rücken, dem dritten das Knie. Aber trotz „Habe Schulter/Rücken/....“ finden wir uns immer wieder am Netz ein und durchwühlen täglich den Sand.

Eigentlich wollten wir – wie schon 5 Jahre zuvor – unsere eigene Beachanlage aufbauen, die wir als Tauchgepäck im Flieger deklariert hatten, um nicht extra bezahlen zu müssen. Der damalige Strandabschnitt war jedoch inzwischen vom Winde verweht und mit dornigen Pflanzenresten übersät. Als wir am ersten Tag auf der Suche nach einem neuen Standort nicht fündig wurden, beschlossen wir, den einen der offiziellen Beachplätze in Beschlag zu nehmen. Vorteil davon war, dass es eine kleine überdachte „Tribüne“ gab, Liegen für erschöpfte Spieler am Spielfeldrand bereitstanden und sich die Strandbar - für den Flüssigkeitshaushalt ausgesprochen wichtig – in nächster Nähe befand. Im Gegenzug „adoptierten“ wir 3 – 4 Hotelgäste, die von nun an mit zu den eifrigsten Spielern gehörten.

Unser Tagesablauf gestaltete sich meist wie folgt: Ein paar ganz Harte begannen den Tag mit Frühschwimmen im Meer (und by-the-way Belegen der Topliegen). Nach einem ziemlich ausgedehnten Frühstück auf der Restaurantterrasse fand man sich am Spielfeld ein, richtete seine Liege und griff zum Ball bis gegen halb 2. Nun folgte ein Imbiss im Strandrestaurant, wo man sich mit Gözleme-Börek, Döner, Nudeln, Fritten, Salat und diversen Nachtischen stärken konnte. Der Charme der Örtlichkeit hatte zu den Stoßzeiten etwas von Bergstationslokal im Wintersport, doch waren die Temperaturen wesentlich angenehmer. Nach dem Essen zogen sich die meisten Grashopper auf ihre Liegen zurück, bis uns Harry mit dem kaputten Knie gegen halb 4 aufscheuchte. Nach und nach kamen die Hoppers auf dem Spielfeld zusammen, so dass wir sogar auswechseln konnten. Zwischendurch schmiss irgendjemand eine Runde und kam mit einem (oder auch zwei) großen Tablett voller Becher, gefüllt mir gelber Flüssigkeit, von der Bar. Danach hieß es bis Sonnenuntergang weiterspielen. Für ganz Hartgesottene stand dann noch Happy-Hour in der Strandbar auf dem Programm. Mir war das meistens zuviel und auch zu kalt. Außerdem war gegen 20 Uhr Treffen zum Aperitif und anschließendem Abendessen, so dass man gar nicht allzu viel Zeit hatte. Beim Essen bildeten sich stets verschiedene Grüppchen, die sich drinnen oder – wenn sie Glück hatten - draußen platzierten. Es gab verschiedene Buffets, die ihr Angebot täglich wechselten. Dies führte dazu, dass wir zwar in Bewegung blieben, aber auch zu viel aßen. Ralli nahm sich beim Essen Martinas Sohn Tobias an, einem Hänflich von 9 Jahren, der am liebsten trockenes Brot, Fritten, Gurke und Eis isst. Ralli überredete ihn wirklich sehr pädagogisch dazu, Verschiedenes zu probieren, sich auch Gemüse und Fleisch zu nehmen. Am ersten Abend erwischte Tobias allerdings ein ganz mageres, zähes Rindfleischstück. Nachdem er auf dem ersten Bissen tapfer 10 min herumgekaut hatte, wurde es ihm erlassen. Immerhin hatte er etwas Neues gestestet! An einem der Folgetage schaffte Tobias unter Rallis Regie 13 (oder waren es sogar 15?) Fleischklößchen!

Die Abende klangen mal bei einer der Shows im Amphitheater, mal bei der Strandparty aus. Am Abend des 28.9. versammelten wir uns in der Stranddisco, wo wir in Phils Geburtstag hineintanzten. Um Mitternacht stießen wir gebührlich mit dem Geburtstagskind an, der im Eifer des Gefechts nach dem Sekt ein Glas Blumenwasser in sich hineinkippte. Wohl bekomm’s (und bekam es wohl auch)! Donnerstagabend war türkisches Abenddinner mit anschließender Party zum Ausklang des 3tägigen Zuckerfestes und „um den Tag der Deutschen Einheit zu feiern“ (Aussage der Hotelmanagerin)....

Unsere Engagiertheit und Können am Netz blieben natürlich nicht verborgen. Der Barchef forderte schließlich unsere Männer zu einem Match gegen seine Leute und Animateure heraus. Freitag um 17 Uhr wurde dafür angesetzt. Für die Hoppers traten Gerhard, Bernd, Georg, Jürgen, Phil und Ralli, alle Schmerzen und Behinderungen vergessend, an. Harry nahm auf dem Schiedsrichterthron Platz; eine Tröte fand sich sogar auch noch. Wir restlichen Hoppers bildeten einen lautstarken Fanblock und feuerten nach besten Kräften an. Mit Erfolg! Unsere Männer kämpften, schmissen sich in den Sand und gewannen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung verdient mit 2:0! Dafür wurden sie abends im Amphitheater vor der versammelten Hotelöffentlichkeit gebührend geehrt!

Samstags ging die Tour für eine Vorhut von 9 Leuten – darunter auch mir – zu Ende. Der Rest folgte Montagmorgen. Da wir erst abends zurückflogen, hatten wir noch einen ganzen Tag. Erst sah es ganz grau und gewittrig aus, aber die Wolken blieben in den nahem Bergen hängen; am Strand war es sonnig und es gab zum ersten Mal richtig Brandung! Das war ein ganz anderes Baden. Der Rückflug war zeitweise recht ruckelig, auch beim Landeanflug schlingerte es ordentlich. In Düsseldorf erwartete uns wieder der Bus, den wir mit Mühen fanden. In Bonn kamen wir gut gelaunt kurz nach Mitternacht an.

Die Woche war wie im Fluge vergangen! Die zahlreichen Angebote des Hotels haben die wenigsten genutzt. Einige ließen sich einmal massieren, Artur und ich versuchten uns mit mäßigem Erfolg im Bogenschießen, ein paar machten einen kleinen Bootstrip. Ein Einkaufsbummel im wenig sehenswerten Sarigerme war für die meisten der größte Ausflug. Man sieht: Wir sind uns selbst genug und brauchen nur Sand, einen Ball und ein Netz!

Schade, dass nicht alle Vereinsmitglieder mitfliegen konnten und dass wir verletzungsbedingt einige Ausfälle hatten. Der guten Laune und dummen Sprüche tat das aber (fast) keinen Abbruch. Nun freuen wir uns auf die nächste Tour in 5 Jahren (oder vielleicht in schon 3 Jahren zum 33jährigen Bestehen der Grashoppers?)!

Von Marianne Vetter